Dieses Video zeigt, wie sich eine Zecke mit ihren sägeartigen Mundwerkzeugen in die Haut eingräbt.

 

 

Mit zunehmender Saugdauer steigt das Infektionsrisiko.

Viele verschiedene Geräte zur Zeckenentfernung sind auf dem Markt. Ziel aller Verfahren ist die zeitnahe und vollständige Entfernung der möglichst unversehrten Zecke
- so bald,
- so schonend und
- so vollständig wie möglich.

Unter "schonend" wird verstanden, dass die Zecke durch die Entfernung nicht gequetscht, beschädigt oder anderweitig irritiert wird. Aus diesem Grund raten wir vom Einsatz starrer Materialien (Zange, Pinzette, etc.) ab genauso wie von der Anwendung von Öl, Klebstoff, Strom, o. ä., da es dabei zum Erbechen der Zecke und damit zur Übertragung von Krankheitserregern kommen kann.

Hinsichtlich der Frage 'Drehen oder Ziehen' finden sich in der Literatur unterschiedliche Hinweise, wobei sich eine Bevorzugung drehender Verfahren abzeichnet:

  • Zenner (2006) konnte zeigen, dass bei den ziehenden Verfahren 70 % (!), den drehenden jedoch nur 20 % der Mundwerkzeuge im Wirt verbleiben,
  • Robisch (2010) gibt nach Bewertung relevanter Kategorien den drehenden Verfahren den Vorzug,
  • Duscher, Peschke und Tichy (2012) weisen in ihrer Arbeit auf die Vorteile des Drehens hin,
  • Meinhold (2016) gibt einen Überblick über die verschiedenen Entfernungsmethoden.


Der Zeckengreifer erfüllt die genannten Kriterien.


Da sehr unterschiedliche und zum Teil widersprüchliche Empfehlungen zur Zeckenentfernung abgegeben werden, lohnt es sich, einen Blick auf das Robert Koch-Institut, dem Bundesinstitut für Infektionskrankheiten und nicht übertragbare Krankheiten zu werfen, das direkt dem Bundesministerium für Gesundheit unterstellt ist. Zur Zeckenentfernung verweist das Robert-Koch-Institut auf die Internetseiten Bayerischen Landesamtes für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit. Dort wird die Zeckenentfernung mit folgenden Bildern (pdf) illustriert:

 

Skizze 1

In Skizze 1 hat die Pinzettenspitze den Durchmesser eines Zeckenbeines (ca. 0,2 mm, siehe Maßstab im nachfolgenden Bild). Dadurch entsteht der Eindruck, der Pinzettenarm drückt nicht auf den kopfnahen Zeckenkörper. Eine fatale Täuschung, denn Teile der Speicheldrüsen (hier können sich FSME-Viren befinden) und des Darmes (hier können sich Borrelien befinden) liegen bereits im kopfnahen Drittel der Zecke. Erschwerend kommt hinzu, dass sich manche Zecken so tief in den Wirt eingraben, dass bei ihrer Entfernung in jedem Fall Druck auf den Zeckenkörper ausgeübt wird.

Zum Vergrößern Bild bitte anklicken

Das Robert-Koch-Institut schreibt in seinen Antworten auf häufig gestellte Fragen 'Möglichst sollte die Zecke dabei nicht gedreht werden ...' und steht damit im Widerspruch zu Zenner (2006), Robisch (2010) und Duscher, Peschke und Tichy (2012). Das Bayerische Landesamt für Gesundheit sieht im Drehen der Zecke dagegen eine Erleichterung beim Herausziehen:

Skizze 2

Die massive Vorwölbung der Haut in Skizze 2 zeigt, mit welcher Kraft die Pinzette gedrückt werden muss, um die Zecke herauszuziehen.

 

Mit Skizze 1 (irreführender Maßstab, in Wirklichkeit Druck auf kopfnahe Organe) und Skizze 2 (kräftiger Zug an der Zecke) wird nach unserer Meinung eine unsachgemäße, risikoreiche Methode der Zeckenentfernung propagiert.

Mit dem Zeckengreifer sind Sie auf der sicheren Seite.